Die Arbeitswelt befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Eine rasante technologische Entwicklung, einschneidende Umwälzungen in der Produktionspraxis, eine Zunahme von Burn-Outs und Sinnkrisen, das Ansteigen der Erwerbsarbeitslosigkeit, zuletzt verstärkt durch die aktuelle Wirtschaftskrise sind nur einige Schlagwörter, die diese Systemkrise deutlich machen. Nicht nur die aktuelle sozial- und wirtschaftspolitische Lage verweist uns auf Not-Wendigkeit und Chance, Leben und Arbeit wieder selbstverantwortlicher zu gestalten.
Was können wir Menschen in dieser Situation anbieten? Auf die Komplexität dieser Probleme gibt es keine einfachen Antworten. Was wir auf jeden Fall brauchen sind Kompetenzen, um selbstbewusster, zielgerichteter und effektiver auf Herausforderungen zu antworten und gemeinsam handlungsfähig zu werden. Selbstvertrauen, zum Beispiel, die Fähigkeit kreativ mit Fragestellungen umzugehen oder auch die Fähigkeit zur Zusammenarbeit. Für dieses gemeinsame Handeln braucht es eine neue Qualität, die sich an zukünftigen Möglichkeiten orientiert und aus Mustern der Vergangenheit ausbricht.
Neue Arbeit geht von den individuellen Talenten, Träumen, Bedürfnissen und Visionen des Menschen aus. Damit erfordert die Fähigkeit, nicht nur bestehende Arbeit zu suchen, sondern aktiv neue zu kreieren. Was will ich? Was kann ich? Was ist mir wichtig? sind Fragen, die nicht nur im Kopf zu lösen sind, sondern ganzheitlich, mit Körper, Geist und Seele erfahren werden müssen.
Dafür braucht es die Möglichkeit für vielfältige Erfahrungen des Tätigseins: Arbeit empFinden. Die Begeisterung für Ideen wird geweckt und kann mit anderen geteilt werden. Strategien zur Umsetzung werden kooperativ entwickelt und eine wirtschaftliche Tragfähigkeit angestrebt. Und es bedarf Rahmenbedingungen, damit jede/r eine ihren/seinen Bedürfnissen, Möglichkeiten und Befähigungen entsprechende Begleitung, Unterstützung und Gemeinschaft erfährt.